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Sonntag, 30. Juni 2013

Tacheles Infotext zur Art Leipzig und anderen Ausstellungen .....


(Bild von Alain Ledezma "Orvar" - mexikanischer Künstler im Tacheles von 2008-2012)

Künstlerinitiative Tacheles 1990-2013

Friedrichstadtpassagenruine 1990:
Kurz vor der planmäßigen Sprengung wurde der noch stehengebliebene Rest des Gebäudes am 13. Februar 1990 von der Künstlerinitiative Tacheles besetzt. Durch Verhandlungen mit der Baudirektion Berlin-Mitte, die als Rechtsträger für den Komplex zuständig war, und unter Berufung auf Denkmalschutz versuchten die Besetzer, den Abriss zu verhindern. Trotzdem sollte das Haus laut Magistratsbeschluss 150/90 am 10. April 1990 gesprengt werden, worauf die Besetzer beim Berliner Runden Tisch einen Dringlichkeitsantrag stellten, der den Abriss vorläufig stoppen konnte.

Die Künstlerinitiative ließ ein neues Gutachten zur Bausubstanz und Statik erstellen. Auf Grund des positiven Ergebnisses wurde das Haus zunächst vorläufig unter Denkmalschutz gestellt, der nach einem weiteren Gutachten vom 18. Februar 1992 bestätigt werden konnte.

Im Kunsthaus Tacheles arbeiteten von 1990-2012 tausende Künstler unter vielen anderen - George Taboris Zauberflöten Inszenierung, Cirque Q, Nick Cave, Kazuko Watanabe, Heiner Steiner, Mitglieder Rammsteins, Erik Hobjin, Barry Schwarz, Mediengruppe Telekommander, A Guy called Gerald, AtariHardcore, Bernd Langer, Peaches, Sasha Waltz, DSO Deutsches Symphonie Orchester, Felix Ruckert, NurSchrec!, George Taboris Zauberflöten Inszenierung, Ken Mutant, ISOE, Chico Mc. Murphy, Mutoid Waste Company, Spiral Tribe, Dr. Motte, Paula P. Cay, Amaru Cholango, Herbert Schager, HPZinker, Rosie Kay Company, Aleksei Lanskoi, Alexander Rodin, Barbara Fragogna, Mama Marva Maschin Klan, Moderne 21, Svetlana Jovanovic, Christian von Aster, Régine Chopinot, Antonio Manfredi, ......

Tacheles, 1990 -1995
Das Gebäude wurde bunt bemalt, aus Schutt wurden verschiedene Skulpturen errichtet. Durch unterschiedliche Auffassungen der Künstler aus Ost- und Westdeutschland entstanden viele Kontroversen. Der Komplex, der vom Tacheles e. V. betrieben wurde, hatte sich zu einem festen und großen Kunst-, Aktions-, Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum in Berlin entwickelt. In dem Gebäude befanden sich unter anderem rund 30 Künstlerateliers, Ausstellungsflächen und Verkaufsräume für zeitgenössische Kunst, ein Programmkino sowie die Panorama-Bar "OffenBarKonzept". Der „Blaue Salon“, ein 400 m² großer Raum, wurde hauptsächlich für Konzerte, Lesungen, experimentelle Kunst und Ausstellungen genutzt. Der „Goldene Saal“ umfasste die erste Etage des Tacheles – hier befand sich eine Bühne, die als wichtiger Spielort für die Off-Theaterszene stand.

In den Jahren 1996 und 1997 wurde mit Politikern, Soziologen und Architekten sowie den Künstlern im Rahmen der Diskussionsrunde Metropolis Berlin, Hochgeschwindigkeitsarchitektur öffentlich über den Erhalt und die zukünftige Nutzung des Komplexes diskutiert. 1998 erwarb die Fundus-Gruppe das 1250 m² große Grundstück für 2,8 Millionen Mark. Sie beauftragte den US-Amerikaner Andrés Duany mit einem Entwurf des Quartier am Johannishof mit einem Bauvolumen von geschätzten 400 Mio. Euro, für das sich bisher keine Investoren gefunden wurden. Der Investor Fundus Fond (Teil des berüchtigten JAGDFELD "Familienimperiums") kannte weder seine Pläne noch die Finanzierung realisieren, nachdem diese Unternehmensgruppe ihre Kreditverpflichtungen im Zusammenhang mit dem Projekt nicht einhalten konnte, kam der Komplex unter Zwangsverwaltung.

Ein Gläubiger der Grundpfandrechte, die HSH Nordbank, strebte im Zuge der Verwertung des Areals die Zwangsversteigerung an. Ein Versteigerungstermin war für den 4. April 2011 angesetzt, wurde allerdings an diesem Tag kurzfristig abgesagt. Am 5. April 2011 verließ die korrupte Gastronomiefraktion gegen Zahlung von einer Million Euro das Tacheles; Kino, Hinterhof und Erdgeschoss wurden geräumt. Achtzig Künstler verblieben mit ihren Ateliers im Gebäude. Eine Woche später wurde vom Zwangsverwalter der Bau einer knapp drei Meter hohen Mauer veranlasst, die den Durchgang von der Oranienburger Straße zum Hof mit den Werkstätten trennt.

Am 8. Dezember 2011 drangen etwa 30 Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma in die Räumlichkeiten der 5. Etage ein. Der belorussische Künstler Alexander Rodin wurde der Räumlichkeiten verwiesen, er durfte keine persönlichen Gegenstände und keine seiner Ölgemälde mitnehmen. Die 5. Etage wurde samt ihrer Einrichtung von der Sicherheitsfirma in Beschlag gehalten. Rechtsanwalt Michael Schulz, der die Räumung für einen unbekannten Mandanten betreibt, gab an, die Räumung der 5. Etage sei rechtens gewesen, die Berliner Gerichte sahen dies anders und sorgten für die Herausgabe der Bilder an Rodin und die Rückgabe des Raumes an die Künstlerinitiative. Der Anwalt musste sich vom Gericht wegen verbotener Eigenmacht in den Verhandlungen belehren lassen. Selbstjustiz bleibt in der BRD verboten!

Der private Securitydienst hatte ein Ölgemälde Alexander Rodin zerschnitten und auf seine Skizzenblöcke uriniert, Politik und Presse zeigten sich mehr als empört. Bisher kannte man derlei unmenschliches Vorgehen nur aus Ländern wie Somalia, Mexico und Kriegsgebieten der US Militärs. Die Ermittlungen laufen bis heute, Schadensersatzklagen gegen die Anwälte, Security und die HSH Nordbank sind in Vorbereitung.

Am 22. März 2012 wurde das Tacheles nach einem Räumungsversuch des Gerichtsvollziehers für Besucher gesperrt. Am 26. März 2012 gab das Landgericht Berlin in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Räumung des Kulturhauses Tacheles rechtswidrig war. Das Gericht erließ eine einstweilige Verfügung an den Zwangsverwalter, die Räume des Tacheles umgehend wieder herauszugeben. Der Anwalt der Künstler Christian Werner, Linda Cerna und Martin Reiter nahmen daraufhin das Kunsthaus wieder in Besitz. Das Programm konnte bis September 2012 weitergehen.

Das Kunsthaus Tacheles wurde am 4. September 2012 um 7 Uhr morgens, nach verlorenem Räumungsprorzess", final geräumt. Es gab einen symbolisch-künstlerischen Protest, der dem Motto "man sollte das angeschlagene System nicht durch Widerstand stärken" folgte. Die internationale Medienlandschaft erklärte daraufhin, allen voran die New York Times, den kreativen Hype um Berlin für endgültig beendet. Heute ist Das Gebäude im dem sich das Tacheles befand ist verwaist und nicht verkauft. Hatten die Künstler bis zu 500 000 Besucher jährlich, sind heute die Gehsteige der unteren Oranienburgerstrasse verwaist, erste Läden stehen leer. Die Wohnungen in der Gegend sind immer mehr, auf Grund von Spekulation und Mietenwucher, unbewohnt. in der Mitte Berlins finden sich kaum noch Künstlerateliers und tatsächlich buntes Leben.

Das "Kunsthaus Tacheles" als offene Künstlerinitiative verbreitet sich, ausgehend von den Kulturaustauschprojekten des "alten" Hauses, in Ausstellungen und Kunstaktionen in aller Welt. Seit dem Ende des Kunsthauses in Berlin, betreiben die Tachelesen ein Archiv in Potsdam, bespielen einen Saal im Museum für zeitgenössische Kunst - CAM bei Neapel und gestalteten Ausstellungen in Leipzig, Minsk, Berlin und Potsdam. Tacheles sind dann eben doch die Menschen und nicht ein Haus....

mehr Informationen in den einschlägigen Tacheles Publikationen.

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Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Krise die das System ist, zerstört werden muss! ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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****************************************************************************** euer Tacheles Team

Kommentare:

  1. Alles eine Frage der Wahrnehmung: Für mich war es ein offenes System der freien Entfaltung und eine Menge Menschen, von denen ich auf manche gern verzichte, mit einer ausschlaggebenden Lichtgestalt, die unter dem Namen nie auftaucht und die nicht Akkordeon spielt - und solange war es der Tacheles und wir. Offenbar vollkommen uneinsehbar.
    JETZT
    ist es ein Haus, auf dem Tacheles draufsteht, aber nicht drin ist.

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  2. Multi wunderbare und ausgezeichnete luxusumzug Fur Wohnungsräumung und favoritenumzug fur <a

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