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Samstag, 29. März 2014

Edward Snowden und das Trojanische Pferd


(Bild: Im Auftrag des Agamemnon-Schifffahrtskonzerns überwindet Odysseus, die Naivität der Konkurrenten nutzend, die trojanische Firewall - ca.1200 Jahre vor unserer Zeitrechnung)

Nach mehrmaligen Studium des ARD-Interviews mit Edward Snowden drängen sich einige Fragen auf. Warum lehnt der nette Mann auf einer Seite die Tätigkeiten der Privatwirtschaft ab, unterwirft sich aber andererseits dem Urteil von Journalisten, die auch nur privatwirtschaftlich motiviert sind? War er wirklich so naiv anzunehmen, dass die Special Forces eine "sauber" hinter den feindlichen Linien operierende Kampfeinheit des US Militärs sind? Warum werden seine Informationen nur dosiert und letztlich gereinigt veröffentlicht? Schön, dass wir nun wissen, dass es z.B. die Software Mystic gibt, die es ermöglicht Telefongespräche aufzunehmen und zu speichern. Warum unterwerfen sich dann die selbsternannten Verwalter der öffentlichen Meinung, die Vertreter des internationalen Medienbetriebs, dem Schweigegebot der US-Regierungsstellen?

Schön, dass es Snowden gibt, aber hat er wirklich essentiell Neues ge-wistelblowt, oder ist es nur das alte Lied vom Überwachungswahn der Eliten, ihrer Auftraggeber aus den Geheimdiensten und deren Dienstherren? Lange schon diskutieren, informieren und warnen Techniker, Netzwerker und Kreative vor den Möglichkeiten des digitalen Imperatives. Na klar kann man das Internet kopieren, na logisch wird das auch gemacht und selbstredend werden Profile erstellt. Wikileaks hat in jüngster Vergangenheit diese Vorgehensweisen eindrucksvoll unter Beweis gestellt und ungefiltert Informationen zu diesen hypertotalitären Praktiken veröffentlicht, Julian Assange ist der wirklich gefährliche Leaker, den es gilt in den Hintergrund zu drücken, da man nicht weiß, was noch alles in seinem Fundus vor sich hin köchelt. Wie auf Bestellung fällt auf einmal Snowden vom Himmel und erweitert das Empörungsuniversum um Plaudereien aus den Stuben der Geheimdienste. Politiker werden abgehört, ganze Ländertelekommunikationen werden aufgezeichnet und der digitale Stammtisch des Internet kann sich lustvoll-selbstmitleidig darüber echauffieren.

Würde der Schreiber dieser Epistel ein CEO eines Elektronik- oder Telekommunikationskonzernes mit Verbindungen zum darstellenden Politischen sein, würde er auch einen Gegentrojaner starten. Einen maskierten Whistelblower, der die Empörungs- und Leidensfähigkeit der elektronisch gesteuerten Schafe austestet. Wieviel Überwachung, Kontrolle und Fernsteuerung kann man einsetzen, bevor sich die Herde verschreckt abwendet? Wieviel und welche Manipulationstechnologie kann angewendet werden, bevor die Pseudoinformations-Süchtigen die Manipulationen bemerken? Wo liegt der Punkt an dem die Masse der konsumfaschistischen Mitläufer bemerkt, dass sie digital geknechtet und uniformiert ist? Welche Internet 2.0-Anwendungen lassen noch mehr Kontrolle und Manipulation zu,und wie kann man das den Drahtköpfen am besten verkaufen? Lenken die altbackenen Geheimdienstphobien genug von den echten geheimen privaten Diensten ab, die der Profitoptimierung um jeden Preis dienen? Sind mit dieser Form der Selbstdenunziation noch mehr Kameras und vernetzter Elektronikschrott verkaufbar, weil sich der kleine Mann ja selber gerne in die selbstüberhöhende Überwachungsavantgarde einordnen will?

Die Möglichkeit die Zukunft tatsächlich vorherzusagen und damit einen umfassenden Markt- und Geldmachtvorteil zu erlangen ist Wirklichkeit geworden. Über die Verschränkung von Big Data, Sozionik und Echtzeit-Netzwerktechnologie wird die Freiheit von Kommunikation zur Diktatur von Technologiezusammenhängen, die nur mehr am medial inszenierten Rand einer öffentlichen Kontrolle unterliegen. Die vereinzelte Konsumenteneinheit, der Mensch, ist zum Subjekt-Objekt im großen Warenhaus der Verwertung von allem und jedem zugunsten kurzfristiger Gewinn- und Optimierungsinteressen geworden, die ausschließlich pathologischen Kontrollphantasmen einer Kleinstelite dienen. Mittels digitalem Imperativ lassen sich die einzelnen User 24 Stunden täglich in Arbeit und Aktion halten, sie sind jederzeit erreichbar, abrufbar, erregbar und vor allem sehr profitabel, in permanenter Verfügbarkeit mittels dauerndem Elektronenkonsum. Das Potential dieser Technologien als Wissens- bzw. Kommunikationswerkzeug ist negiert. Mit Bankkarte und Smartphone ist der Ansatz zu einer Tech, die uns weiterbringt vernichtet, die Netze dienen der Beruhigung und Kontrolle - wir sind Borg geworden, bedauerlicherweise so ganz ohne glitzernde Raumschiffe und dreckskommunistische Klingonen.


(Bild:In London werden gepolsterte Laternenpfeiler getestet, um unaufmerksame Fußgänger zu schützen. Laut einer Studie haben sich 10% der Befragten bereits bei ‘walking and texting’ Unfällen verletzt. Wenn das Pilotprojekt erfolg zeigt, sind weitere Polsterungsmaßnahmen in Birmingham, Manchester und Liverpool geplant. Intelligentere Pfeiler für dumme Nutzer... Quelle: Yahoo News)

Snowden hat es nicht geschafft, dass nur ein Smartphone weniger oder ein Face(NSA)book Account gelöscht wurde, ganz im Gegenteil die Party der Gleichschaltung dynamisiert sich weiter. Der Verdienst des Edward-Trojaners besteht darin, dass wir uns jetzt daran gewöhnt haben, und die Vision einer tatsächlich vor-schrittlichen Vernetzungstechnologie aus den Augen verlieren. Es liegt an uns, den falschen Zauber zu durchschauen und richtige, durchaus auch altruistische Programme zu entwickeln, dies wäre dann die längst notwendige Weiterentwicklung eines Internet und dessen Peripherie die faktisch seit Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stagnieren. Es gibt sicher eine Technologie nach WWW. Der Skandal um die NSA-Praxis verschleiert in seiner hysterischen Plakativität die Realitäten des privatwirtschaftlich motivierten Missbrauchs sogenannter neuer Technologien, die Erregungen gegenüber dem "Staat", der bestenfalls noch Erfüllungsgehilfe privater Interessen der Machteliten ist, wird lächerlich und sinnlos. Dem netten Edward kann man nicht böse sein, auch das Holz der Schiffe der Griechen wusste nicht, dass es zu einem Pferd werden würde, mittels dessen, in schlechtester aller Absichten, ein Odysseus die trojanische Firewall überwinden wird.

PS: Drei Sekunden nach Veröffentlichung dieser Epistel wurde zweimal aus den USA auf diese Seite zugegriffen, es gibt nicht nur Gutmenschen* sondern vor allem viele Bösmenschen und ihre automatisierte Paranoiatech...

*Gutmenschen: ...(aus Wikipedia)Seit Mitte der 1990er-Jahre etablierte sich der Begriff in politischen und ideologischen Debatten und wird oft zusammen mit „Politische Korrektheit“ verwendet, um den politischen Gegner und seine Ansichten als moralisierend zu kritisieren. Der Herausgeber des Merkur, Kurt Scheel, stellte die Behauptung auf, den Begriff in diesem Sinne als Erster verwendet zu haben. Das Wort galt in den Feuilletons als modischer „latest critical chic“. Politische Korrektheit wurde zuweilen, etwa von Klaus Bittermann, „Gutmenschensprache“, „Betroffenheitssprache“, „Gesinnungskitsch“, „Gesinnungssprache“ und „Plapperjargon“ genannt. Der Deutsche Journalisten-Verband vermutet dagegen in Zusammenarbeit mit Sprachforschern des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung die Herkunft des Begriffes in der Zeit des Nationalsozialismus. Demnach soll die Bezeichnung „Gutmensch“ bereits für die Anhänger von Kardinal Graf von Galen verwendet worden sein, die gegen die Ermordung Behinderter durch die Nationalsozialisten auftraten. „Gutmensch“ sei eine Ableitung vom jiddischen „a gutt Mensch“. Der DJV verweist auf Adolf Hitler, der in seinen Reden und seinem Buch „Mein Kampf“ die Vorsilbe gut wiederholt in abwertendem Zusammenhang verwendet hatte. So waren für ihn gutmeinende und gutmütige Menschen diejenigen, die den Feinden des deutschen Volkes in die Hände spielten. Nach einer häufig geäußerten Auffassung wurde der Begriff von Friedrich Nietzsche geprägt. In Nietzsches Werk finden sich zahlreiche verächtliche Äußerungen über den „guten Menschen“, nicht jedoch mit der Vokabel „Gutmensch“. Die Gesellschaft für deutsche Sprache gibt als erste ihr bekannte Fundstelle des Begriffes eine Ausgabe des englischsprachigen Forbes Magazine aus dem Jahr 1985 an, in der Franz Steinkühler, damals zweiter Vorsitzender der IG Metall, so bezeichnet wurde.

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