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Samstag, 11. August 2018

Sammelbewegungen, Christentum und Herdentrieb


(Bild: Sammelbewegungsdirektiven von Oben riechen schlecht...)

Eine Einlassung zur linken Sammelbewegungs-Diskussion in den deutschen Regionen, beginnt am besten mit einem treffenden Zitat aus der Wochenzeitung Die Zeit vom 24.01.2018 .../Sammlungsbewegung ... Was hätten wir dann? Eine nationalbornierte Linke, so wie es derzeit aussieht. Mario Neumann, ein junger Aktivist und Theoretiker aus Berlin, beschreibt sie so: "Ihr geografischer und politischer Horizont ist der nationale Wohlfahrtsstaat." Ein Raum, in dessen klar definierten Grenzen ein klar definiertes Staatsvolk die "soziale Frage" stellt. Wer nicht dazugehört, dem werde bestenfalls Asyl gewährt: Das aber sei "keine linke Antwort auf den globalisierten Kapitalismus, sondern eine Bankrotterklärung", denn sie gebe jeden universalistischen Anspruch auf. .../ Zitat Ende.

Damit ist im Wesentlichen schon alles gesagt was es zur Sahra/Lafontaine-Bewegung zu sagen gibt. Die zukünftige Bewegung beruft sich, unter Anderem, auf linke Aufbrüche in Spanien, Großbritannien, Frankreich bis hin zu Bobby Sanders in den USA. Sie verkennt dabei aber, dass diese politischen Kampagnen durchwegs von Unten kamen und nicht von Oben verordnet sind. Auch sind die Bedingungen in diesen Regionen nicht mit Deutschland direkt vergleichbar, letztlich sind die Aussagen Wagenknechts nur ein übler Marketingtrick.

Am besten formuliert dies Gregor Gysi in seinem Interview der Berliner Zeitung vom vom 06.06.2018.Es ist schon viel elitärer römischer Christenmüll versteckt in der Annahme, Mensch könnte messiasgleich eine Herde um sich versammeln und ins gelobte Land oder besser in die gelobte Nation führen. Solch Unfug schadet vor-schrittlichen Positionen und stärkt nur die, die man vorgibt zu bekämpfen. Außerdem ist es erzreaktionär auf der einen Seite die Dialektik, nach wie vor, als Analysewerkzeug zu nutzen und wenn es einem aber nicht in den Kram passt von Doppelmoral zu faseln.

Von der Sammelbewegung zur totalitären Kommandostruktur ist es nur ein kleiner Schritt. Speziell dann wenn sie von Eliten oder dem Establishment, egal ob links oder rechts, initiiert werden.

Auch sollte wir uns genau ansehen was ein Lafontaine so von sich gibt. "Die dunklen Mächte hinter der Politik", das klingt nicht nur nach Vatikanepisteln, sondern schlimmer noch, nach der Aluhut-Folklore der sogenannten neuen Rechten, die aber nur die uralten Neidhammel der wohlstandsversehrten Beharrungsfraktion im untergehenden Weißbrotreich, also erzkonservativ, sind.

Da ist nicht das Geringste wirklich dunkel. Auch die Deep State Diskussionen sind paranoider Quatsch, der sich bei näherem Hinsehen als Verquickung von überkommener Bürokratie und klar belegbaren Wirtschafts/Macht-Partikularinteressensnetzwerken herausstellt, mit "Tiefer Staat" aber ein Neusprech- Wörtchen verpasst bekam.

Finanzmärkte, Lobbyverbände, Mafiabosse, Rüstungskomplexe, etc. haben Namen und Adressen, die Querverbindungen und Zusammenhänge sind benennbar und werden vom Medienbetrieb, wiederum egal ob rechts oder links, tagtäglich benannt.

Verwunderlich ist auch, dass die neue, aber uralt daherkommende Bewegungsidee, um Arbeiter, Löhne und Nationalismen kreist. Sie blendet gegenwärtige Entwicklung aus und verdrängt wichtige Zukunftsfragen mit dem Floskel-Olympiasieger: "Soweit sind wir noch nicht, das ist zu utopisch". Die SPD haben wir schon. Ihr Untergang, weil sie nicht fähig und Willens ist, sich auf die tatsächlichen Fragen der Zeit zu fokussieren, muss jetzt nicht nocheinmal als Coverversion durchgeturnt werden.

Nirgends tauchen neue Ideen auf in der Diskussion um die augenscheinlich, nationallinks bewegte Bewegung. Maschinensteuer für Automaten, Serverparks und automatische Fertigungsanlagen, vereinte Regionen von Europa anstatt nationalistischer Umtriebe, Existenzgeld für Alle anstatt Niedrigpensionen, Billiglöhnen und obsoleten Bürokratiemonstern, Internationalismus aus den Trümmern der neoliberalen Globalisierung entwickeln, Stilllegung der Rüstungsindustrie bis hin zum Rückbau der Verbrennungsmaschinenindustrien, sofortiger Kohleausstieg und tausende Punkte mehr drängen in die Wahrnehmung der Wählerherden, ohne dass die progressiven Kräfte in der Politik dies zur Kenntnis nehmen würden.

Die Linke ist in der Region Deutschland in ihrer Vielfalt durchaus gut aufgestellt. Die verschiedensten Initiativen leisten wirksamen Widerstand gegen den rechten Mob, währenddessen sie sich weiterentwickeln. Vielleicht entsteht daraus auch eine Bewegung, die dann von Unten echten Druck aufbauen kann. Aufstehen von Oben brauchen wir aber nicht - HIER UNTEN STEHEN WIR SCHON.

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If fear and malice are seen as reasonable, resistance becomes a civic duty.

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